Röviden: egy 16 éves leány azt hazudta, hogy két roma megerőszakolta, ezért egy száz fős csoport szombati békés felvonulása az Észak-olaszországi Turinban később erőszakba torkolt: felgyújtották a cigánytábor házait, és az ott található autókat.

A rendőrség csak akkor avatkozott be, és vett őrizetbe két férfit, amikor kiderült, hogy a leány az ártatlanságának elvesztésére találta ki a történetet.

11. Dezember 2011, 15:31, NZZ Online

Turiner Mob zündet Zigeunersiedlung an

Lynchstimmung wegen erlogener Vergewaltigungsgeschichte

Rassistischer Krawall in Turin: Ein Frau vor ihrem abgebrannten Haus. (Bild: Keystone/ EPA/ Tonino di Marco)Zoom

Rassistischer Krawall in Turin: Ein Frau vor ihrem abgebrannten Haus. (Bild: Keystone/ EPA/ Tonino di Marco)

Nach einem erlogenen Vergewaltigungsvorwurf einer jungen Italienerin hat eine aufgebrachte Menschenmenge in Turin ein Zigeunerlager angegriffen und in Brand gesetzt. Rund hundert Leute waren beteiligt, nur zwei wurden festgenommen.

(afp) Ein zunächst friedlicher Protestmarsch in der norditalienischen Stadt schlug am Samstagabend in Gewalt um, wie italienische Medien berichteten. Rund hundert mit Knüppeln, Steinen und Brandsätzen bewaffnete Krawallmacher attackierten das die Zigeunersiedlung und zündeten dort Autos und Häuser an. Den Berichten zufolge wurde aber niemand verletzt.

Ein 16-jähriges Mädchen hatte zuvor vorgegeben, auf dem Nachhauseweg von zwei Zigeunern vergewaltigt worden zu sein. Bei der Polizei gab sie später zu, freiwillig Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Gegenüber ihrer Familie hatte sie die Vergewaltigungsgeschichte erfunden, um den Verlust ihrer Jungfräulichkeit zu rechtfertigen. Die Familie schickte sie zu regelmässigen Kontrollen bei einem Frauenarzt.

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Nach Bekanntwerden der Lüge beendete die Polizei die Gewalt gegen das Zigeunerlager und nahm zwei Männer im Alter von 20 und 59 Jahren fest. Turins Bürgermeister Piero Fassino sagte, Lynchjustiz gegen unschuldige Menschen, nur weil sie Ausländer seien, sei nicht hinnehmbar.

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